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unsere Pfarrei - Geschichte

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aus der Chronik


Ansicht des Marktes Wegscheid um 1840 von J.B. Dietenberger

Die Pfarrei Wegscheid kann auf ein hohes Alter und eine reichbewegte Geschichte zurückblicken. Der Zeitpunkt der Gründung ist nicht bekannt. Es darf jedoch um das Jahr 1300 angenommen werden. Nach einer glaubhaften Überlieferung gehörten vorher Wegscheid und der besiedelte teil der Pfarrei kirchlich zur Pfarrei Pfarrkirchen im Mühlviertel. Weltliche Herren im Gebiet der Pfarrei waren neben dem Fürstbischof von Passau die Inhaber der österreichischen Adelsherrschaften Falkenstein und Rannariedl. Vor dem Fürstbischöfen war das Kloster Niedernburg in Passau in diesem Gebiet begütert. Die Erinnerung an diese Epoche wird durch den Namen "Land der Abtei" wachgehalten, der sich als Bezeichnung für die ganze Gegend über die Jahrhunderte hinweg erhalten hat. Zur Zeit der Gründung der Pfarrei lag der Ort Wegscheid am Südrand eines großen menschenleeren Waldes, der bis zum Dreisesselberg reichte. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde dieses Gebiet kolonisiert und besiedelt. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, für die weit entfernten Siedler im Norden des Pfarrgebietes eine eigene Seelsorgestelle zu schaffen. Im Jahre 1720 entstand daher die Pfarrei Breitenberg. Weitere Gebietsteile wurden 1768 von Wegscheid nach Breitenberg umgesprengelt. Bis zur Errichtung des Bistums Linz durch Kaiser Franz Joseph II 1783 und der damit verbundenen Angleichung der Seelsorgebezirke an die weltlichen Herrschaftsbereiche gehörten österreichische Untertanen in 17 Dörfern und Einöden jenseits des Osterbaches zur Pfarrei Wegscheid. Im Zuge dieser Neugliederung entstand auf ehemaligem Wegscheider Pfarrgebiet die österreichischen Pfarreien Kollerschlag und Oberkappel. Die St. Ägidius-Kirche in Oberkappel, die seit 1783 Pfarrkirche ist, war nachweisbar schon im 14 Jhd. Filialkirche von Wegscheid. Vor 1765 unterstanden auch die in Wildenranna, Thurnreuth, Möslberg und Stüblhäuser wohnenden Pfarrangehörigen der österreichischen Landeshoheit. Weitere Verkleinerungen erfuhr die Pfarrei, als das Dorf Sonnen 1864 Expositur und 1898 Pfarrei wurde. Thalberg wurde 1894, Wildenranna 1904 Expositur. Beide Seelsorgesprengel wurden 1920 Pfarreien.

Erstmals wird aus dem Jahr 1668 die Seelenzahl in Wegscheid mit 1200 überliefert. 1981 zählte die Pfarrei 3848 Katoliken. Der seit 1975 in der Pfarrei wirkende Seelsorger Franz Roth ist der 31. Pfarrer in der Reihe der namentlich bekannten.

Die Kirche, der Pfarrhof und früher auch die Schule bildeten den baulichen Mittelpunkt des Marktes Wegscheid. Der Ort hat sich um diesen Kern entwickelt. Wegscheid wurde in den Jahren 1655, 1822, 1866 von schweren Brandkatastrophen heimgesucht. In einem der letzten Gefechte des II. Weltkriegs wurde Wegscheid am 30. April 1945 unter schweren Beschuss durch Artillerie weitgehend in Schutt und Asche gelegt. Die heutige Pfarrkirche ersetzte 1967-69 eine sehr baufällige gotische Pfarrkirche.